Offener Brief & Konzeptvorschlag an das Bundesministerium für Inneres und Sport Niedersachsen

Da Sport, Kultur und Bildung Ländersache sind, haben wir uns mit einem Offenen Brief sowie Konzeptvorschlag unter Anwendung eines reellen Fallbeispiels an das Ministerium für Inneres und Sport in Hannover (Hauptsitz des niedersächsischen Ministeriums) mit der eindringlichen Bitte um Gehör und Einbeziehung gewandt. Dies ist am mit einem Schreiben vom 21.04.2020 passiert. Leider bisher ohne Stellungnahme!

Da es lt. Bundes-Pressestelle noch keine Entwarnung bzw. die Sorge vor einer weiteren Erkrankungswelle gibt, kann selbst eine finanziell begrenzte Unterstützung seitens des Staates keine Dauerlösung bieten. Einmalig und für 3 Monate deklariert, reicht diese nicht einmal um alle anfallenden Kosten zu decken. Doch was passiert nach Ablauf der 3 Monate, besser gesagt nach Aufbrauchen der Soforthilfe?

Während für Einzelhandel, Baumärkte, Friseurbedarf eine qm/pro-Kopf-Regelung bereits erwirkt wurde, mittlerweile auch Zoo und Museen öffnen dürfen – hat man es für den Sport versäumt derartige Konzepte zu erarbeiten? Lest euch an dieser Stelle bitte einmal die Leitlinien des BMI durch unter  https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sport/sport-node.html durch.

Diejenigen, die aktiv zur Stabilisierung und Kräftigung eines starken Immunsystems, körperlichen wie mentalen Ausgleich beitragen, diejenigen, die für wenig Brot über den Tellerrand hinaus schauen, Gewaltprävention, Integration, Teamgeist und Fairplay nicht nur vorleben, sondern auch durchsetzen, lässt man seit Mitte März einfach in der Luft hängen und/oder vor die Wand fahren..! So wie im Sport korrekte Haltung, Disziplin vorgelebt werden, so sollte dies auch mit Verantwortungs-Sinn und Hygienevorschriften sein! Warum spricht man uns die Mündigkeit in einer Demokratie ab? Warum bezieht man die Leiter der Sportstätten nicht mit ein um eine praktikable Lösung zu erarbeiten?

Händeringend kämpfen wir und viele andere aus dem Breitensport ums Überleben, schneiden uns Online-Lösungen über Nacht aus den Rippen um die Leute nicht hängen zu lassen, für die man Verantwortung übernommen hat. WIR, die Sulinger Sport- und Bildungsgemeinschaft, sind gegen dieser Art der Leistungs- und Branchendiskriminierung! Wir fordern dazu auf, einen verantwortungsvollen Weg anzugehen, der es den Sportler aller Breitensportarten und ähnlicher Bereiche im Bildungs-/ Kulturwesen erlaubt, Konzepte umzusetzen, die auch bei zukünftigen Virus-Neuerscheinungen erlauben, mit Einhaltung von Hygienestandards zu arbeiten.

Dies konnte die ASIA-SPORT AKDEMIE SULINGEN in einem freiwillig unfreiwilligen Fallbeispiel am 14.03.2020 kurz vor Lock-Down erfolgreich umsetzen. Unter Auflagen und darüber hinaus freiwilligen Maßnahmen zur Hygiene-Verordnung erfolgte eine Lehrveranstaltung unter besonderen Bedingungen. Aus diesem Fallbeispiel geht protokolliert hervor, dass bei einem Bewegungsfreiraum von 4,25- 6,4 m² pro Person (abhängig von der jeweiligen Personenmenge auf der Gesamtfläche) über einen Zeitraum von 3-4 Stunden – kein einziger Coronafall – nachweislich bis 30 Tage nach Veranstaltungstag ergeben hat. Desinfektion, ausreichend Flüssigkeitszufuhr, kein Händeschütteln, regelmäßiges Händewaschen sowie (üblich!) eingehaltene Toiletenhygiene und Nies-/ Hustenetikette, haben dazu beigetragen, dass bei einer zeitweiligen Personenanzahl von 53 Menschen auf 225 m² Fläche kein einziger von Covid-19 erkrankt ist! Bei der Anzahl ist dies wohl kein zufälliges Ereignis.

Wir sind weiter gegangen und haben folgende Konzepte mit (wesentlich mehr) Puffer erarbeit und vorgeschlagen:

Konzept zur Wieder-Eingliederung im Breitensport/ Indoor-Bereich:

Grundsätzlich kein Sport bei Fieber oder Erkältungs-Symptomatik – dies war auch vor Corona schon so üblich! Darüber hinaus:

  • Teilnehmer-Listen zwecks Nachverfolgung (respektive Datenspende-App oder ähnliche)
  • Desinfektion vor/ nach Unterrichtsbeginn
  • kein Händeschütteln, weiterhin Einhaltung von Hust-/ Niesetikette, Toilettenhygiene
  • Vorläufige Sperrung von Umkleiden/ Duschen
  • Ausreichend Belüftung/ Frischluftzufuhr im Indoor-Bereich (dies war auch vor Corona schon so üblich)
  • Ggf. Nutzung von Atemschutzmasken

Raumnutzung in der 1. Eingliederungs-Phase:

20m² pro Person (in Anlehnung an die bestehenden Einzelhandel-Konzepte), d.h. bei einer Fläche von z.B. 400 m²  wären es 20 Personen inkl. Übungsleiter (ggf. Online-Gestellung für diejenigen, die an dem Tag von zuhause aus üben oder zu den gefährdeten Gruppen gehören)

 Nach Rückmeldung z.B. an das Gesundheitsamt- Phase 2:

12-16 m² pro Person, d.h. bei einer Fläche von 400 m²  wären 33 bzw. 25 Personen inkl. Übungsleiter.

Möglichkeit in kleinen Gruppen umzuziehen oder einzeln zu duschen (qm/ pro Kopf-Regelung)

Nach weiterer Rückmeldung z.B. an das Gesundheitsamt- Phase 3:

5 -10 m² pro Person, d.h. bei einer Fläche von 400 m²  wären 80 bzw. 40 Personen inkl. Übungsleiter (dies wäre in unserem Beispiel schon nicht mehr notwendig, da wir 6-12 Teilnehmer durchschnittlich pro Unterrichts-Einheit auf der Matte haben; vielleicht aber in anderen Sportstätten relevant)

Möglichkeit in kleinen Gruppen umzuziehen oder einzeln zu duschen (qm/ pro Kopf-Regelung)

Grundsätzlich stehen wir hinter der Entscheidung der Bundesregierung und begrüßen selbstverständlich den Schutz der Bevölkerung. Da Angst und Panik ähnlich wie ein sorgloser Umgang keine guten Berater sind, hoffen wir, dass unser Konzept zur Wiedereingliederung Gehör findet und freuen uns über weitere Mitstreiter, so wie z.B. Dennis Bredehorn von Easyfitness aus Sulingen und auch zahlreiche Vertreter aus dem Sport-/ Fitness-Bereich.

#gemeinsam_für_einen_verantwortungsvollen_umgang_in_corona_zeiten!

#gemeinsamsindwirstark!

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